So kommt das neue iPhone 14 – wahrscheinlich

Am Mittwochabend stellt Apple das neue iPhone 14 vor. Bereits jetzt überschlagen sich die Gerüchte. Wir sagen, welche Features wohl kommen – und was wohl eher Wunschdenken ist.

TextLorenz Keller

Am Mittwochabend, 19 Uhr Schweizer Zeit, wird Apple-Chef Tim Cook in Cupertino (Kalifornien) die neuen Apple-Gadgets vorstellen. Sicher die Apple Watch, vielleicht auch noch Kopfhörer oder iPads. Aber im Mittelpunkt werden die gleich vier neuen iPhones stehen. So kommt das neue iPhone 14 daher – wahrscheinlich.

Wir haben uns alle Gerüchte angeschaut und versuchen einzuschätzen, wie wahrscheinlich sie sind.

Alle iPhones bekommen neuen Look – auch die alten

Das ist kein Gerücht, sondern schon Tatsache. Das ist dem iPhone-Betriebssystem iOS 16 geschuldet, das wohl bereits in den nächsten Tagen für alle iPhones bis zurück zum iPhone 8 erhältlich sein wird.

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Und tatsächlich verändert das neue System den Look des iPhones ziemlich stark, zumindest im Startdisplay. Dort sieht man die Uhrzeit in ganz neuen Schriften, viel weicher und prägnanter – farblich abgestimmt auf das Hintergrundbild.

Man kann auch zusätzliche Widgets einblenden lassen. Und die Benachrichtigungen werden gebündelt und kompakt angezeigt. Das sieht richtig gut und aufgeräumt aus – und vor allem deutlich anders als vorher.

So erhält man, auch ohne ein neues Phone zu kaufen, einen neuen Look für sein Gerät. Schade ist einzig, dass Apple das nicht weitergezogen und auch den Homescreen umgestaltet hat. Dort würde man sich gerne auch mehr Freiheiten bei Widgets und Design wünschen.

Das neue iOS wurde bereits an der WWDC angekündigt – darum 100 Prozent Wahrscheinlichkeit.

Verschwindet das Mini wirklich?

Tatsächlich verdichten sich die Gerüchte, dass das iPhone 13 Mini keinen Nachfolger erhält. Obwohl das Modell in der Schweiz recht populär ist, scheint es international nicht ganz gut gelaufen zu sein. Ob das eine totale Abkehr ist von kleinen Smartphones, bleibt aber auch offen.

Einerseits kann es gut sein, dass das iPhone 13 Mini weiter verkauft wird. Andererseits ist das aktuelle SE ja ebenfalls noch ein kleines Modell. Und es kann gut sein, dass es hier nächstes Jahr ein Upgrade gibt. Also auch den grösseren 5,4-Zoll-Screen statt des bisherigen 4,7-Zoll-Bildschirms. Im modernen Design wäre das möglich, ohne die Grösse zu verändern.

Allerdings: Die Mini-Fans hatten sich ja vor allem auch gefreut, dass man den Topprozessor, das erstklassige Kamerasystem und alle Features aus den grösseren Geräten integriert hat. Das wird zumindest nächstes Jahr nicht mehr der Fall sein.

Es gilt als ziemlich sicher, dass das iPhone keine Mini-Version mehr erhält. Wahrscheinlichkeit: 90 Prozent.

Gross geht nun auch ohne Pro

Wer bisher ein möglichst grosses iPhone wollte, der musste zum Pro Max greifen. Das war vor allem eine Kostenfrage: 1230 Franken mussten Apple-Fans mindestens bezahlen. Die kleinere Version hätte es auch für 880 Franken gegeben.

Das könnte sich nun ändern. Apple plant ein grosses Normal-iPhone, das wohl iPhone 14 Plus heisst (und nicht Max wie das Pro Max). Es ist gleich gross wie die Pro-Version, hat also auch einen 6,7-Zoll-Screen. Da die Screengrösse bisher 100 Franken Aufpreis bedeutete, dürfte das 14 Plus knapp unter 1000 Franken.

Zwar muss man sich mit zwei Kameras, der alten Screen-Optik und wenigen Updates bescheiden, ein wichtiges Verkaufsargument könnte aber der Akku sein. Schon das normale iPhone 13 hatte eine gute Laufzeit. Die Batterie in einem grösseren Modell könnte dann noch deutlich länger halten.

Auch hier liegt die Wahrscheinlichkeit bei hohen 90 Prozent, dass das so zutrifft.

Das neue iPhone 14 bekommt den alten Prozessor

Die Leaks deuten klar darauf hin, dass der Unterschied zwischen Pro-Modellen und Nicht-Pros deutlich grösser wird als bisher. Tatsächlich ist es ja so, dass in den letzten zwei Jahren die normalen Modelle die Preis-Leistungs-Sieger waren.

Sie kosteten deutlich unter 1000 Franken und lieferten enorm viel Leistung. Bei Kamera und Prozessor hat etwa das iPhone 13 alle Android-Phones in dieser Preiskategorie geschlagen. Für viele User gab es eigentlich keinen Grund, das iPhone 13 Pro zu kaufen.

Das dürfte dieses Jahr anders werden, denn mehr und mehr Features bekommen nur noch die Pro-Modelle. Ja, es sieht sogar so aus, als wäre das normale iPhone 14 nur ein sanftes Upgrade gegenüber dem iPhone 13. Und die Gerüchte sagen, dass nicht mal der Prozessor erneuert wird.

Für Apple macht es natürlich Sinn, die Pro-Modell attraktiver zu machen. Mit dem neuen Screen ohne Notch, mit dem Topprozessor, mit einem neuen Kamerasystem mit 48 Megapixel Linse, mit einem Always-on-Bildschirm. Für die potenziellen Käufer ist dann natürlich die Frage, wie das preislich aussieht. Vielleicht wird auch hier die Abstufung deutlicher.

Dass das Pro attraktiver wird, da liegt die Wahrscheinlichkeit bei 90 Prozent. Dass das iPhone 14 wirklich nur den alten Prozessor bekommt, da tippen wir nur auf 60 Prozent Wahrscheinlichkeit.

Das iPhone kann über Satelliten telefonieren

Schon im letzten Jahr hat man intensiv über das Satelliten-Feature diskutiert, das dann nicht gekommen ist. Auch dieses Jahr tauchen die Gerüchte wieder auf, dass sich das iPhone via Satellit verbinden kann. So hat man auch Empfang, wenn alle anderen Telefone keinen haben.

Für Outdoor-Fans wäre das natürlich ein Traum. Man hätte in seinem iPhone ein Alarmsystem, für das man sonst teuer extra bezahlen müsste. Und gerade für Notrufe würde es natürlich schon Sinn machen, wenn man immer und fast überall Empfang hätte.

Doch es gibt auch viele offene Fragen: Würde eine solche Satellitenverbindung nur im Notfall einsetzbar sein? Oder kann man sie jederzeit nutzen? Nur für Telefon und SMS – oder gar für Datenverbindungen?

Der Aufwand nur für ein besseres Notrufsystem scheint beträchtlich zu sein. Gerade auch, weil Verbindungen über Satellit normalerweise sehr teuer sind. Das würde auch bedeuten, dass die neue Funktion nur mit einem speziellen Abo nutzbar wäre – was wiederum in Apples Service-Strategie passen würde.

Sehr viele Fragen sind noch offen. Daher liegt unserer Meinung nach auch die Wahrscheinlichkeit für einen Satellitenanschluss nur bei 40 Prozent.

Das iPhone 14 Pro bekommt einen besseren Zoom

Während die Android-Konkurrenz mit 5-fach optischem oder gar 10-fach optischem Zoom auftrumpft, ist Apple weiter mit dem Standard von 3x unterwegs. Wer 1200 Franken und mehr ausgibt, kann da schon etwas enttäuscht sein.

Ändert sich das beim iPhone 14? Gibts endlich einen besseren Zoom mit guter Stabilisierung, dass man etwa wie beim Samsung Galaxy S22 Ultra auch mit zehnfacher Vergrösserung noch erstaunlich gute Videos machen kann?

Leider wohl eher nicht. Dieses Jahr wechselt Apple zwar wohl bei den Pro-Modellen vom bewährten 12-Megapixel-Sensor auf einen 48-Megapixel-Sensor, etwa um 8K-Aufnahmen zu ermöglichen. Aber der Zoom wird noch bei 3x bleiben. Auch weil es für grössere Zoomweiten eine neue technische Lösung braucht, also entweder zwei Zoomlinsen mit 3x und 10x – oder dann tatsächlich eine mechanische Variante, um die Brennweite zu verändern.

Leider ist ein besserer Zoom eher unwahrscheinlich und kommt nur zu 20 Prozent.

USB-C statt Lightning im iPhone

Es ist ja schon ein Ärger: Das MacBook hat USB-C, das iPad hat USB-C – nur fürs iPhone muss man immer noch einen separaten Stecker mitnehmen. Wenn Lightning wenigstens richtig gut wäre. Aber stattdessen gehört das iPhone zu den Flaggschiffen, die am langsamsten den Akku laden …

Doch Apple hält an diesem Standard fest, obwohl USB-C sich sonst wirklich überall verbreitet hat. In der Windows- und Android-Welt sowieso. Aber auch bei den restlichen Apple-Gadgets gibts keine andere Alternative.

Das dürfte sich aber bald ändern – auch weil Apple dazu gezwungen wird. Denn die EU schreibt ab 2024 vor, dass portable Geräte einheitlich einen USB-C-Anschluss haben müssen – damit sind andere Stecker dann Geschichte.

Allerdings kann sich Apple ja noch etwas Zeit lassen. Dieses Jahr kommt der neue Anschluss noch nicht, auch weil das Design des iPhones kaum geändert wird. Das grosse Update beim Gehäuse wird für 2023 erwartet, das wäre dann wohl der Zeitpunkt, um auch den Anschluss auszutauschen.

Die Apple-Fans müssen sich also wohl noch bis zum iPhone 15 gedulden, bis sie USB-C erhalten. Das bedeutet aber auch, dass man bis dahin vielleicht nicht mehr allzu viel neues Lightning-Zubehör kaufen sollte.

Mit nur 5 Prozent Wahrscheinlichkeit stellt Apple schon jetzt auf USB-C um.

So kommt das neue iPhone 14 – wahrscheinlich

Alles in allem ergibt das schon einmal ein gutes Bild. Interessant für die Fans dürften zwei Bereiche werden. Einerseits das erstmals eingeführte iPhone 14 Plus: Es gibt also erstmals ein schönes grosses iPhone, das verhältnismässig günstig ist. Es dürfte auch eine sehr gute Akkulaufzeit haben.

Andererseits sind natürlich die Pro-Modelle spannend, weil hier technisch die grössten Neuerungen erwartet werden. Der neue Look ohne Notch dürfte deutlich moderner aussehen, die Kamera bekommt wohl ein deutliches Upgrade. Hier darf man gespannt sein, was der neue Sensor alles für Software-Features ermöglicht.

So sind 8K-Videoaufnahmen denkbar, aber auch ein deutlich verbesserter Nachtmodus und eine zusätzliche Software-Stabilisierung im normalen Videomodus.